Pimcore ablösen

Pimcore ablösen, ohne Jahreslizenz

Seit der Umstellung auf die Open Core License kostet Pimcore ab 8’400 Euro im Jahr. Für viele KMU war das System schon vorher zu gross. Wir bauen die Ablösung auf Next.js und Payload CMS — und sagen dir vorher, wenn sich der Wechsel bei dir nicht lohnt.

Die Lizenz ist der Anlass. Der Grund ist meist ein anderer.

Seit Version 2025.1 steht Pimcore nicht mehr unter GPLv3, sondern unter der hauseigenen Open Core License. Kostenlos bleibt es nur noch unterhalb von fünf Millionen Umsatz — gerechnet auf den ganzen Konzern, nicht auf deine Gesellschaft. Darüber kostet es ab 8’400 Euro im Jahr, und ab 25’200, sobald das E-Commerce-Framework mitläuft: Das war vorher ein freies Bundle und ist heute Enterprise-only.

Das bringt viele dazu, ihr System zum ersten Mal seit Jahren wieder anzuschauen. Dabei fällt oft dasselbe auf: Pimcore wurde als PIM verkauft und wird als CMS mit Produktdaten benutzt. Ein paar hundert Artikel, ein Ausgabekanal, zwei Leute in der Pflege, die Hälfte der Module nie angefasst.

Für solche Installationen war das System schon vor der Lizenzänderung zu gross. Neu ist nur, dass es jetzt jährlich Geld kostet — und genau das macht die Rechnung eindeutig.

01 · Die Lizenzlage

Vier Zahlen, um die es geht.

  • Schwelle

    5Mio.

    Umsatzgrenze für die Gratis-Nutzung

    EUR oder USD pro Jahr — gerechnet auf den globalen Konzernumsatz. Tochtergesellschaften und Gesellschaften einer Gruppe darüber sind ausgeschlossen, auch wenn sie selbst klein sind.

  • Professional

    8’400EUR

    Pro Jahr, kleinste Lizenz

    Jährlich wiederkehrend. In US-Dollar 9’900.

  • Enterprise

    25’200EUR

    Pro Jahr, mit E-Commerce

    Pflicht, sobald E-Commerce-Framework, CMF oder Portal Engine laufen. Diese Bundles waren unter GPL frei verfügbar; die GPL-Fassungen sind End-of-Life.

  • Frist

    Dez.2026

    Supportende der letzten freien Version

    Community-Support für 2024.4 endete schon mit der Folgeversion; der LTS bis Dezember 2026 ist laut Pimcore-Doku „included in the Enterprise and Enterprise PaaS editions only".

02 · Ehrliche Einordnung

Wann sich ein Wechsel rechnet.

Und wann du besser bei Pimcore bleibst. Beides sagen wir dir vor der Offerte.

Wechseln lohnt sichPasst zu uns

  • Einige hundert bis wenige tausend Artikel mit stabiler Struktur
  • Ausgabe in Website, Shop, Feeds und Marktplätze — das ist API-Arbeit
  • Freigabe über zwei, drei Rollen und mehrere Sprachen
  • Bilder hängen an den Produkten, aber ohne Rechte- und Lizenzsteuerung
  • Die Hälfte der Pimcore-Module wurde nie benutzt
  • Die Jahreslizenz steht in keinem Verhältnis zum Nutzen

Bleib bei PimcoreSagen wir dir auch

  • Die Redaktion muss neue Attribute und Klassifikationen selbst anlegen — ohne Entwickler, ohne Deploy
  • Zehntausende Artikel mit Vererbung und Varianten, täglich im Raster massenbearbeitet
  • Print-Katalog direkt aus InDesign heraus
  • Assets mit Rechten, Lizenzfristen und Nutzungsregeln, an denen Geschäftsregeln hängen
  • Es läuft, das Team kennt es, und die Lizenz tut in eurer Grössenordnung nicht weh

Die Frage ist nicht, ob Payload das kann.

Das meiste davon lässt sich auf Payload abbilden. Mehrere Ausgabekanäle sind API-Arbeit. Freigabestufen sind Rollen, Status und Versionen — Payload bringt Entwürfe und Versionierung mit. Mehrsprachigkeit kann es von Haus aus. Assets hängen ohnehin an den Objekten, mit Zugriffskontrolle. Wer dir sagt, ein Headless-CMS könne das grundsätzlich nicht, verkauft dir etwas.

Die richtige Frage ist eine andere: Was müsstest du nachbauen, und geht das gegen die Jahreslizenz auf? Bei einem Katalog, dessen Struktur sich laufend ändert und den die Redaktion selbst erweitern muss, kaufst du in Pimcore genau diese Beweglichkeit zur Laufzeit. Bei uns ist ein neues Feld ein Deploy. Das ist kein Mangel, sondern eine andere Bauart — ruhiger im Betrieb, unbeweglicher in der Struktur. Wenn sich deine Produktstruktur zweimal im Jahr ändert, ist das kein Thema. Wenn sie sich zweimal im Monat ändert, schon.

Und ein Punkt, der die Rechnung oft kippt: Web-to-Print und die Workflow-Automatisierung sind bei Pimcore Enterprise-Funktionen. Wenn genau diese beiden der Grund zum Bleiben sind, vergleichst du nicht 8’400 Euro im Jahr mit einer Ablösung, sondern 25’200.

03 · Ablauf

Wie eine Ablösung läuft.

  1. 01

    Datenmodell ansehen

    Zuerst schauen wir uns an, was in deinem Pimcore wirklich steckt: Klassen, Feldstrukturen, Objektzahlen, Assets, Ausgabekanäle. Daran hängt alles Weitere — Aufwand, Preis und die Frage, ob sich der Wechsel überhaupt lohnt. Wenn nicht, sagen wir das hier.

  2. 02

    Zielstruktur festlegen

    Die Datenstruktur wird in Payload nachgebaut — nicht eins zu eins, sondern reduziert auf das, was tatsächlich benutzt wird. Gewachsene Altlasten mitzunehmen ist der teuerste Teil jeder Migration und selten nötig.

  3. 03

    Daten migrieren

    Objekte und Assets kommen über Pimcores API oder direkt aus der Datenbank heraus und werden per Skript überführt. Der Lauf ist wiederholbar: bis zum Umschalten lässt er sich beliebig oft frisch durchspielen, immer gegen eine Kopie.

  4. 04

    Frontend bauen

    Die Website oder der Shop entsteht neu auf Next.js. Bestehende Adressen bleiben erhalten oder werden weitergeleitet — die Sichtbarkeit bei Google ist der Teil einer Ablösung, an dem am meisten kaputtgehen kann.

  5. 05

    Umschalten und abschalten

    Parallelbetrieb, Kontrolle, Umschaltung. Danach wird die Pimcore-Instanz abgestellt — und mit ihr die Lizenzfrage. Ein vollständiger Export bleibt archiviert.

04 · Danach

Was nach dem Wechsel anders ist.

  • Keine Jahreslizenz. Payload CMS steht unter MIT-Lizenz — keine Umsatzschwelle, keine Editionen, kein Anbieter, der nächstes Jahr den Preis ändert.
  • Kein SaaS-Verbot. Ein Kunden- oder Händlerportal auf dem eigenen System ist eine Frage der Umsetzung, nicht der Lizenzklausel.
  • Der Redaktionsbereich passt zu deinen Inhalten. Felder heissen wie das, was auf der Seite steht — statt einer generischen Objektmaske mit fünfzehn ungenutzten Reitern.
  • Deutlich schnellere Seiten. Statisch vorgerendertes HTML statt einer Anwendung, die bei jedem Aufruf rechnet.
  • Ein System statt zwei. CMS und Website leben im selben Projekt und im selben Deployment.
  • Übernehmbar. Der Code liegt in deinem Repository, die Inhalte in deiner Datenbank. Beides Standardtechnik, die jede Next.js-Entwicklerin weiterführen kann.

Was wir sind

Ein Studio aus dem St. Galler Rheintal, das Websites und Individualsoftware auf Next.js und Payload CMS baut — für Kundenprojekte und für eigene Produkte. Datenmigrationen aus Altsystemen gehören zum Handwerk.

Wir verkaufen keine Pimcore-Lizenzen und verdienen an keiner deiner Optionen mit. Deshalb ist unsere Empfehlung, bei Pimcore zu bleiben, auch etwas wert, wenn sie kommt.

Was wir nicht sind

Keine Pimcore-Agentur. Wir haben keine Pimcore-Referenzen und behaupten das auch nicht — was wir kennen, ist das Zielsystem und die Arbeit an den Daten dazwischen.

Wir bauen auch keinen PIM-Klon. Wenn deine Anforderungen ein echtes PIM verlangen, ist der ehrliche Rat, ein PIM zu behalten — ob Pimcore oder ein anderes. Das klären wir im ersten Gespräch, nicht nach der Offerte.

05 · Fragen

Was uns dazu am häufigsten gefragt wird.

  • Der des Konzerns. Der Lizenztext schliesst ausdrücklich aus, wer Tochter, verbundenes Unternehmen oder Teil einer Gruppe ist, deren kombinierter Umsatz über der Schwelle liegt. Eine kleine Schweizer Gesellschaft in einer grösseren Gruppe ist damit lizenzpflichtig — das ist die Zeile, die hierzulande am häufigsten übersehen wird.

  • Betreiben darfst du sie: Was unter GPLv3 ausgeliefert wurde, bleibt unter GPLv3. Nur bekommst du keine Sicherheitsupdates mehr — der Community-Support für 2024.4 endete bereits mit der Folgeversion, und der verlängerte Support läuft im Dezember 2026 aus und ist ohnehin den Enterprise-Editionen vorbehalten. Als Dauerlösung ist das nichts, erst recht nicht mit ISO 27001, NIS2 oder einer Cyber-Versicherung im Hintergrund.

  • Das hängt fast vollständig an den Daten, nicht am Frontend. Wir bewegen uns in denselben Stufen wie bei unserer übrigen Individualsoftware — Einstieg ab CHF 8’000, grössere Vorhaben entsprechend darüber. Eine belastbare Zahl gibt es erst nach dem Blick ins Datenmodell; vorher wäre sie geraten.

  • Bei einigen hundert Artikeln mit sauberer Struktur sind es Wochen, bei gewachsenen Klassifikationen über zehntausende Artikel Monate. Wer vor dem Supportende im Dezember 2026 umgestellt haben will, sollte jetzt anfangen.

  • Die Migration läuft als wiederholbares Skript gegen eine Kopie, nie gegen dein laufendes System. Bis zum Umschalten kann sie beliebig oft neu durchgespielt werden, und dein Pimcore läuft die ganze Zeit weiter. Ein vollständiger Export bleibt zusätzlich archiviert.

  • Das ist der Teil, an dem bei Ablösungen am meisten kaputtgeht, und deshalb der Teil, den wir zuerst planen. Bestehende Adressen bleiben erhalten oder werden per Weiterleitung übernommen, strukturierte Daten und Metadaten kommen mit. In der Regel verbessert sich die Sichtbarkeit sogar, weil die neue Seite deutlich schneller ist.

  • Technisch ja — Pimcore als reines Backend, Next.js als Frontend darüber. Nur löst das die Lizenzfrage nicht: Die Gebühr hängt am Betrieb von Pimcore, nicht daran, wer die Seiten ausliefert. Als Zwischenschritt kann es trotzdem sinnvoll sein, wenn die Daten bleiben sollen und die Website dringend ist.

  • Ablösungen von Altsystemen ja, Pimcore konkret nicht — das sagen wir lieber vorher als hinterher. Was wir mitbringen, ist das Zielsystem: Jede Website und jedes Produkt, das wir betreiben, läuft auf Next.js und Payload. Die Pimcore-Seite der Migration ist Datenarbeit über eine dokumentierte API, keine Geheimwissenschaft.

Lohnt sich der Wechsel bei dir?

Schreib uns, wie viele Artikel und welche Ausgabekanäle bei dir laufen — daraus lässt sich die Frage meist schon im ersten Gespräch beantworten. Auch wenn die Antwort „bleiben" lautet.