Was kostet Individualsoftware in der Schweiz? (2026)

Die meisten KMU-Projekte liegen zwischen CHF 25’000 und 120’000. Woraus sich der Preis zusammensetzt, was nach dem Launch dazukommt, ab wann es sich rechnet — und wann du es lassen solltest.

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4 Min. LesezeitInoo Studio

Die meisten KMU-Projekte liegen zwischen CHF 25’000 und 120’000. Ein einzelner Workflow beginnt bei rund CHF 12’000, eine Plattform, an der der Betrieb hängt, bei CHF 150’000. Das sind unsere eigenen Preisstufen, keine Marktumfrage.

Damit könntest du hier aufhören. Nützlicher wird es aber ab der zweiten Frage: Woraus setzt sich der Preis zusammen, was kommt nach dem Launch dazu, ab wann rechnet sich das — und wann solltest du es lassen. Diese vier Antworten stehen weiter unten.

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Die kurze Antwort

Wir arbeiten mit vier Grössenordnungen. Sie unterscheiden sich nicht am Aufwand pro Bildschirm, sondern daran, wie viele Rollen, Module und fremde Systeme im Spiel sind — das treibt den Preis, nicht die Anzahl Seiten.

Grössenordnung

Was drinsteckt

Dauer

Investition

Einstieg

Ein einzelner Prozess, ein bis zwei Rollen, keine fremden Systeme

3–6 Wochen

ab CHF 12’000

Insellösung

Ein Modul, Standard-Login, eine Datenbank

4–8 Wochen

CHF 25’000–45’000

Geschäftsanwendung

Drei bis fünf Module, mehrere Rollen, zwei bis drei Integrationen

3–6 Monate

CHF 60’000–120’000

Plattform

Kritische Geschäftsprozesse, Reporting, viele Integrationen

6–12+ Monate

ab CHF 150’000

Zur Einordnung: Schweizer Stundensätze für professionelle Entwicklung liegen zwischen CHF 150 und 250. Eine mittlere Geschäftsanwendung braucht typischerweise 500 bis 1’500 Arbeitsstunden. Beide Zahlen decken sich mit dem, was andere Schweizer Anbieter publizieren — der Markt ist an dieser Stelle erfreulich transparent geworden.

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Woraus sich der Preis zusammensetzt

Die verbreitetste Fehlannahme ist, dass man Entwicklung kauft. Man kauft ungefähr zur Hälfte etwas anderes.

Posten

Anteil

Was dahintersteckt

Discovery und Konzept

10–15 %

Prozess verstehen, Scope schneiden, Architektur festlegen

Entwicklung

45–55 %

Das, woran die meisten beim Wort „Software" denken

Qualitätssicherung

15–20 %

Tests, Fehlerbehebung, Verhalten unter Last und Fehlbedienung

Datenschutz und Betrieb

10–15 %

DSG-Konformität, Rechte, Backups, Deployment, Monitoring

Projektführung

5–10 %

Abstimmung, Reviews, Dokumentation, Übergabe

Interessant ist die Verschiebung der letzten Jahre: Das reine Schreiben von Code ist durch KI-Unterstützung deutlich günstiger geworden. Der relative Anteil für Qualitätssicherung, Schnittstellenüberwachung und Datenschutz ist im Gegenzug gestiegen. Unter dem Strich sind die Gesamtkosten weniger gefallen, als die Schlagzeilen vermuten lassen — sie haben sich umverteilt.

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Was in dieser Zahl nicht enthalten ist

Der Entwicklungspreis ist eine Einmalinvestition. Software ist keine. Nach dem Go-Live entstehen laufende Kosten in drei Kategorien:

  • Betrieb — Hosting, Datenbank, Backups, Zertifikate. Bei den meisten KMU-Anwendungen ein niedriger dreistelliger Betrag pro Monat.
  • Wartung — Sicherheitsupdates, Abhängigkeiten aktuell halten, kleinere Korrekturen. Planbar, aber nie null.
  • Weiterentwicklung — der grösste und einzige freiwillige Posten. Er hängt daran, wie sehr das System bei euch wächst.

Wer bei einer Offerte nur die Entwicklungssumme vergleicht, vergleicht die Hälfte. Frag jeden Anbieter nach den Betriebskosten für drei Jahre — bei uns steht diese Zahl im Angebot, nicht im Kleingedruckten.

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Rechnet sich das?

Das ist die eigentliche Frage, und in den meisten Preisartikeln fehlt sie. Eine Investition von CHF 60’000 ist teuer oder günstig — je nachdem, was der heutige Zustand pro Jahr kostet.

Drei durchgerechnete Szenarien. Es sind Rechenbeispiele aus typischen Ausgangslagen, keine benannten Kundenprojekte:

Ausgangslage

Kosten heute

Investition

Amortisation

Offerten von Hand, Positionen in Excel

rund 60 Stunden pro Monat

CHF 35’000–45’000

ab Monat vier spürbar

Standard-Tool deckt 70 %, Rest läuft nebenher

CHF 1’500–1’800 Lizenz pro Monat

CHF 60’000–70’000

rund CHF 95’000 über fünf Jahre gespart

ERP kann alles ausser dem einen Spezial-Workflow

Workaround bindet laufend Personal

CHF 80’000–100’000

abhängig von der Fallzahl

Die Herleitung dieser drei Fälle steht ausführlich in „Standard reicht nicht" — inklusive der Frage, ab welcher Betriebsgrösse sich die Rechnung dreht.

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Wann du es lassen solltest

Wir verdienen an Individualsoftware. Trotzdem raten wir regelmässig davon ab. Diese vier Signale sprechen dagegen:

  • Ein Standard-Tool deckt 90 Prozent ab. Für die letzten zehn Prozent lohnt sich fast nie ein eigenes System — da ist ein kleiner Zusatz neben dem Standard billiger.
  • Der Prozess ändert sich noch monatlich. Dann baust du auf eine Baustelle. Erst stabilisieren, dann abbilden.
  • Niemand intern trägt das Projekt. Ohne eine Person, die Entscheidungen fällt und Fragen beantwortet, wird jedes Projekt teuer — unabhängig vom Anbieter.
  • Das Budget reicht für die Entwicklung, aber nicht für den Betrieb. Eine Anwendung, die nach zwei Jahren niemand mehr pflegt, ist teurer als keine.

Häufig zitierte Erhebungen nennen rund zwei Drittel aller IT-Projekte, die Budget oder Zeitrahmen überschreiten. Nach unserer Erfahrung liegt das selten an der Technik und fast immer daran, dass zu Beginn das Falsche beschlossen wurde.

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Wie du den Preis beeinflusst

Drei Hebel wirken, alle anderen sind Kosmetik:

  • Kleiner anfangen, als du denkst. Die kleinste Version, die echten Wert schafft, kostet einen Bruchteil — und du lernst daran, was du wirklich brauchst. Fünf Funktionen, die zählen, statt fünfzig, die gut klingen.
  • Fixpreis nach dem Konzept, nicht davor. Eine Schätzung vor dem Discovery ist geraten. Nach dem Konzept ist sie belastbar — und ab da trägt der Anbieter das Risiko, nicht du.
  • Bestehendes anbinden statt ersetzen. Wenn Buchhaltung und ERP funktionieren, bleiben sie. Eine saubere Schnittstelle ist um Grössenordnungen billiger als eine Ablösung.

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Woher diese Zahlen kommen

Die Preisstufen entsprechen eins zu eins dem, was auf unserer Leistungsseite steht — nachzulesen unter Individualsoftware. Die Marktzahlen zu Stundensätzen und Projektumfang decken sich mit den Veröffentlichungen anderer Schweizer Anbieter. Dass wir selbst Software betreiben und nicht nur verkaufen, kannst du unter unseren Produkten nachsehen — herdy meldet dort direkt an die Tierverkehrsdatenbank des Bundes.

Stand: August 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel jährlich.

Häufige Fragen

Was uns dazu am häufigsten gefragt wird.

  • Die meisten KMU-Projekte liegen zwischen CHF 25’000 und 120’000. Ein einzelner Workflow beginnt bei rund CHF 12’000, eine Plattform, an der der Betrieb hängt, bei CHF 150’000. Schweizer Stundensätze liegen zwischen CHF 150 und 250.

  • Weil ungefähr die Hälfte der Kosten nicht auf das Schreiben von Code entfällt, sondern auf Discovery, Qualitätssicherung, Datenschutz und Betriebsvorbereitung. Dazu kommen Schweizer Löhne. Das reine Programmieren ist durch KI-Unterstützung günstiger geworden, die übrigen Posten nicht.

  • Drei Posten: Betrieb (Hosting, Backups, Zertifikate), Wartung (Sicherheitsupdates, kleinere Korrekturen) und Weiterentwicklung. Die ersten beiden sind planbar, der dritte ist freiwillig. Lass dir die Betriebskosten für drei Jahre beziffern, bevor du Offerten vergleichst.

  • Sobald die Lizenzkosten plus die Zeit für Workarounds die Amortisation tragen. Bei einem Standard-Tool für CHF 1’500 im Monat, das 70 Prozent abdeckt, kann eine Eigenlösung für CHF 60’000–70’000 über fünf Jahre rund CHF 95’000 sparen. Deckt der Standard 90 Prozent ab, lohnt es sich fast nie.

  • Fixpreis, aber erst nach dem Konzept. Eine Schätzung vor dem Discovery ist geraten und hilft niemandem. Nach Architektur und Scope ist sie belastbar — und ab da soll das Risiko beim Anbieter liegen.

  • Von drei bis sechs Wochen für einen einzelnen Workflow bis zu sechs bis zwölf Monaten für eine Plattform. Entscheidend ist weniger die Bauzeit als die Frage, wie schnell intern Entscheidungen fallen.